Sommerflieder gehört zu den prächtigsten Blühsträuchern, es gibt zahlreiche Züchtungen der Pflanze mit unterschiedlichen Farben und Wuchshöhen. Ich habe mich vor einigen Jahren für ein kleineres Exemplar entschieden, das eine Höhe von ca. 2 Meter erreicht.
Sommerflieder bevorzugt einen sonnigen, windgeschützten Standort im Garten. Im Schatten fühlt sich die Pflanze nicht wohl und es kommt zu geringerem Blütenansatz. Die eher anspruchslose Pflanze kommt mit Trockenheit gut zurecht, benötigt aber einen durchlässigen Boden. Sommerflieder hat geringe Ansprüche an Nährstoffen, daher ist es ausreichend, wenn das Gehölz beim Austrieb im Frühling mit Kompost versorgt wird. Ein starker Rückschnitt im zeitigen Frühjahr wirkt sich positiv auf die Größe der Blüten und dem Blütenreichtum aus. Die Blüte beginnt meist im Juli und endet zum ersten Frost. Die gängigen Sorten gibt es in den Farben weiß, rosa, lila bis hin zu dunkelviolett. Frisch gepflanzter Sommerflieder benötigt in den ersten 2 bis 3 Jahren einen guten Winterschutz aus Vlies, Laub und Reisig. So geschützt wartet der Sommerflieder wieder zu seiner schönsten Form aufzulaufen.
Ein Sommerflieder bringt Leben in den Garten, der üppig blühende Zierstrauch ist für Insekten eine wichtige Nahrungsquelle und wirkt wie ein Magnet für Schmetterlinge. Viele Arten der Pflanzen lassen sich sogar im Kübel kultivieren und bereichern dann Balkon oder Terrasse. Mit den großen Blütenrispen und einem angenehmen Duft sieht man den Sommerflieder hier fast in jedem Garten. Leider werden auch die Blüten vom Sommerflieder einmal braun und unansehnlich. Um die neue Blüte anzukurbeln werden die welken Blüten abgeschnitten. Dadurch können sich die Seitentriebe besser entwickeln und es entstehen sofort neue Blüten. Sie sind dann zwar nicht mehr so groß, aber umso zahlreicher.
Dabei ist der Sommerflieder umstritten – die einen meinen, ein wunderschöner Gartenstrauch, der ständig blüht, anspruchslos ist und den Garten mit bunten Farbtupfer verziert. Für andere ist der Sommerflieder eine ökologische Katastrophe der entfernt werden muss. Kein Gartencenter in Deutschland ohne den beliebten Sommerflieder – nicht so in der Schweiz, wo er ab 1. September 2024 gesetzlich verboten ist. Sommerflieder produziert Millionen von Samen, die sich federleicht über weite Strecken mit dem Wind verteilen und angeblich bis 40 Jahre im Boden keimfähig bleiben. Deshalb hat der Strauch sich schnell vom Garten in der Natur fortgepflanzt und verdrängt so manche heimische Wildpflanze. Wer also einen Sommerflieder im Garten hat, sollte die Blütenstände kurz nach der Blüte entfernen, bevor sie Samen bilden. Bisher konnte ich keine Vermehrung oder Verbreitung feststellen und das der Sommerflieder Insekten regelrecht süchtig macht, dazu gibt es keine wissenschaftlichen Belege.